Mensa am Schulzentrum

Offizielle Eröffnung der neuen Mensa: Ein Ort der Begegnung und guter Ernährung

Die Schulmensa ist nun auch offiziell eröffnet. Oberbürgermeister Wolfram Britz hat im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderats und Monika Jauch, bei der Stadt für Schulen zuständig, am Mittwoch, 12. Februar, die neu gestaltete Mensa im Schulzentrum eingeweiht. Nachdem der Gemeinderat im vergangenen Jahr entschieden hatte, die Mensa in städtische Hände zu geben, kocht dort schon seit dem 7. Januar Küchenleiter Fabio Lentischio mit seinem dreiköpfigen Team für die Schülerinnen und Schüler von Einstein-Gymnasium, Tulla-Realschule, Hebelschule und Josef-Guggenmos-Grundschule.

Schülerinnen und Schüler zerschneiden gemeinsam mit OB Wolfram Britz das Eröffnungsband der neuen Schulmensa.

„Eine Mensa ist mehr als nur ein Ort zum Essen – sie ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs“, betonte der Oberbürgermeister in seiner Ansprache. Zudem bedankte er sich bei Monika Jauch für ihr unermüdliches Engagement und die Anstrengung, die die Umstellung auf städtischen Mensabetrieb mit sich brachte, und lobte das Küchenteam um Fabio Lentischio: „Hier hat ein motiviertes Team etwas Tolles auf den Weg gebracht.“ Ein Vertreter des Gemeinderats äußerte die Hoffnung, dass die Mensa von den Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern gut angenommen wird und sich die tägliche Wanderung vieler Schülerinnen und Schüler zum Supermarkt verringert – schließlich sei eine gute Ernährung essenziell, um gut lernen zu können. „Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag“, freute sich auch Monika Jauch und übergab die Mensa an die Schulgemeinschaft: „Liebe Schülerinnen und Schüler, die Mensa ist nun Eure. Genießt das Essen und macht die Mensa zu einem Ort des Zusammenseins.“

Auch bei den Schülerinnen und Schülern kommt das neue Mensakonzept gut an. Zwei Oberstufenschülerinnen, die die Mensa lange gemieden hatten, wollen ihr nun eine zweite Chance geben: „Wenn das Essen schmeckt, kommen wir gerne öfter – und es ist auf jeden Fall günstiger als täglich im Supermarkt einzukaufen“, meinten die beiden Abiturientinnen Leni und Alicia. Begeistert zeigte sich auch die Fünftklässlerin Nuray, die den neuen Kiosk für sich entdeckt hat: „Nach dem Essen kann man sich jetzt noch eine Kleinigkeit holen – und die neuen Tischgruppen sind toll, weil wir besser zusammensitzen und uns unterhalten können.“

Damit alle Schülerinnen und Schüler die neue Mensa ausprobieren können, lädt die Stadt bis zu den Pfingstferien jede Klasse von Einstein-Gymnasium und Tulla-Realschule zusammen mit ihrer Klassenlehrerin oder ihrem Klassenlehrer einmal zum Essen ein. So können alle die neue Mensa kennenlernen und sich vielleicht wieder mehr Schülerinnen und Schüler für das frisch zubereitete, aus regionalen und saisonalen und zu 20 Prozent aus Bio-Produkten bestehende Essen begeistern. 

Mit Bolognese, Sellerie und Frohmut: Städtisches Mensateam gibt sein Debüt

Küchenhilfe Irina Niederquell reicht einem Gast einen Teller mit Pasta.
Die Stadt betreibt die Mensa im Schulzentrum seit Dienstag, 7. Januar, in Eigenregie.

Für die Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums beginnt das neue Jahr direkt mit einer Neuerung: In der Mensaküche steht ein neues Team am Herd. Der Gemeinderat hatte im vergangenen Jahr entschieden, die Essensversorgung in städtische Hände zu geben. Der neue Küchenleiter Fabio Lentischio und sein dreiköpfiges Küchenteam gaben am Dienstag ihren Einstand mit Penne Bolognese, Selleriecremesuppe und Kaiserschmarrn.

Thomas aus der Jahrgangsstufe 1 (Oberstufe) des Einstein-Gymnasiums kann es kaum erwarten. Bereits um 11.45 Uhr und damit noch bevor die eigentliche Essensausgabe beginnt, steht er bereits mit einem Tablett in den Händen in der Mensa. „Ich habe seit einem halben Jahr nicht mehr hier gegessen“, berichtet er. Das Essen habe ihm nicht geschmeckt. „Stattdessen habe ich mir schlicht abends das Mittagessen gerichtet“, sagt er. Nudelsalat oder Suppe, sowas ginge ja schnell. Doch nachdem Thomas erfahren hatte, dass die Stadt die Mensa ab sofort in Eigenregie führt, ist er neugierig geworden. Da steckt Küchenleiter Fabio Lentischio seinen Kopf aus der Küche und erblickt den wartenden Gast. „Nur noch fünf Minuten“, verspricht er und eilt sofort zurück. Während in den Heißluftöfen die Pasta und der Kaiserschmarrn auf die notwendige Temperatur erhitzt werden, köchelt auf dem Herd daneben die Bolognese. Allerdings schwimmen im Topf noch große Tomaten- und Zwiebelstücke. Kurzerhand greift Fabio Lentischio zum Pürierstab. Und in einer Mensaküche, die pro Tag zwischen 80 und 100 Essen ausgibt, fällt der Pürierstab entsprechend groß aus. Der Küchenchef hievt das schwere Küchengerät, das etwa die Größe eines Laubbläsers hat, in den Kochtopf und verarbeitet die Gemüsestücke zu einer cremigen Soße. Gleichzeitig dirigiert er seine drei Küchenhelferinnen. Sie stellen das Essen für die Josef-Guggenmos-Grundschule zusammen. 120 Portionen bereitet das neue Küchenteam zusätzlich für die Schule an der Maurice-Ravel-Straße vor. Anschließend werden die heißen Nudeln, die Soße, Suppe, die österreichische Süßspeise sowie der Salat zur Grundschule transportiert. Die Selleriecremesuppe hat der Küchenchef nach eigenem Rezept zubereitet: Sellerie, Wasser, Milch, etwas Gemüsebrühe und Bindemittel, mehr gibt er nicht in den Topf. „Die italienische Küche funktioniert mit nur wenigen Zutaten“, erklärt er.

Fabio Lentischio püriert Tomatensoße
Bei so viel Bolognese hilft kein haushaltsüblicher Pürierstab weiter. Küchenchef Fabio Lentischio fährt daher größere Geschütze auf.

Fünf Minuten sind verstrichen. Fabio Lentischio ist zurück an der Essensausgabe und serviert seinem ersten Gast einen Teller Penne Bolognese. Zum Nachtisch gibt es Schokoladenpudding. „Selbstgemacht?“, fragt Thomas. „Selbst abgefüllt“, entgegnet der Küchenchef und lacht. Oberstufenschüler Thomas trägt sein Tablett an den Tisch. Dort erwartet ihn die nächste Neuerung: Verschwunden sind die langen Tischreihen. Stattdessen sind die Tische in Gruppen arrangiert. „So kann man sich beim Essen viel besser unterhalten“, lobt Thomas. Künftig sollen zusätzliche Grünpflanzen das Mensaambiente noch freundlicher gestalten.

Frisch, regional uns saisonal

„Das neue Mensaessen soll vor allem frisch sein aus regionalen und saisonalen Produkten“, erläutert Monika Jauch, bei der Stadt für Schulen zuständig. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen drei Menüs wählen: ein „Klassiker“ (wie etwa Pasta Bolognese), einer fleischlosen Alternative und einem Salatteller. Bei der Neuausrichtung des Mensabetriebs wurde die Stadt von der ods GmbH (Optimierung von Dienstleistungen im Sozialbereich) aus Stuttgart unterstützt. Die Beratungsfirma half dem neuen Küchenteam unter anderem bei der Speiseplanentwicklung, dem Hygienekonzept und der Kostenkalkulation. „Kommunen haben zunehmend Schwierigkeiten, Caterer für Schulen oder Kitas zu finden“, weiß ODS-Projektleiter Erwin Evers. Kehl ist da keine Ausnahme. Seit 2020 hat die Stadt den Mensabetrieb am Schulzentrum in einem Zwei-Jahres-Rhythmus ausgeschrieben. Die Zahl der Rückmeldungen interessierter Caterer ist dabei stetig gesunken. „Viele Kommunen stellen daher ihr Essensangebot um und bereiten die Speisen selbst zu“, ergänzt Monika Jauch. Eine gute Nachricht für die Eltern und Erziehungsberechtigte: Die Portionspreise bleiben auch nach der Umstellung unverändert.

107 Teller gehen an diesem Tag über die Mensatheke. Küchenchef Fabio Lentischio gibt sich zufrieden: „Es war zwar etwas chaotisch, aber das ist am ersten Tag völlig normal.“ Seinen Küchenhelferinnen spricht er ein dickes Lob aus: „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Mädels.“ Zufrieden ist auch Thomas. Die Pasta konnte den jungen Mann überzeugen. „Ich kann mir durchaus vorstellen, öfters zu kommen.“

Die Infocast-Folge zum Nachhören (ab Minute 03:11)


Der Küchenleiter serviert Pasta.
Die erste Portion darf der Küchenchef selbst ausgeben.
Schülerinnen und Schüler speisen in der Mensa
107 Portionen serviert das neue Küchenteam an seinem ersten Tag in der Schulmensa.
(von links): Julia Schneider, Fatima Al-Mustafa, Fabio Lentischio und Irina Niederquell
Das neue Küchenteam (von links): Julia Schneider, Fatima Al-Mustafa, Fabio Lentischio und Irina Niederquell.