Klimaschutz
Klimaschutz in der Stadtverwaltung
Klimaschutz in der Stadtverwaltung
Der Energieverbrauch der Stadtverwaltung hat mit zwei Prozent nur einen kleinen Anteil am Gesamtverbrauch der Stadt, trotzdem nimmt die Verwaltung die Klimaschutzaufgabe in den eigenen Gebäuden ernst: Beispielsweise wurde durch den Bau eines Fernwärmenetzes zur Versorgung der Gebäude der Städtischen Wohnbau GmbH in der Richard-Wagner-Straße der klimaschädliche Ölverbrauch reduziert. Außerdem werden sukzessive alte Heizungsanlagen erneuert (z.B. Rathaus Neumühl, Haus der Jugend, Grundschule Marlen), Gebäude saniert (z.B. Rathaus Auenheim), wenn möglich Solarthermieanlagen zur Brauchwassererwärmung installiert (Niedereichhalle), Straßenleuchten auf neueste LED-Technik umgerüstet oder städtische Dächer für Photovoltaikflächen bereitgestellt (z.B. Mehrzweckhalle Auenheim, Sporthalle Einstein-Gymnasium). Vereinzelt werden sogenannte Sanierungsfahrpläne erstellt, die sinnvolle Maßnahmen für eine energetische Sanierung des Gebäudes aufzeigen.
European Energy Award
European Energy Award
Im Jahr 2013 wurde sich im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes für die Einführung eines Berichtsystems ausgesprochen, in welchem alle Klimaschutzaktivitäten erfasst werden. Das etablierteste Monitoring-Instrument auf diesem Gebiet stellte der European Energy Award (EEA) dar.
Hierbei handelte es sich um ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Klimaschutzaktivitäten von Kommunen, erfasst, beurteilt, regelmäßig überprüft und Potenziale zur Energieeffizienz identifiziert werden konnten. Der politische Beschluss an der Teilnahme erfolgte 2017 durch den Kehler Gemeinderat.
Teil des EEA war die Etablierung eines Energieteams, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Bereiche der Stadtverwaltung (Gebäudemanagement, Stadtplanung/Umwelt, Tiefbau, Grünflächenmanagement und Betriebshof), das sich nach dem Beschluss zur Teilnahme gründete.
Die relevanten Bereiche:
Die Handlungsfelder deckten sich teilweise mit denen im Klimaschutzkonzept ab und ergänzten dieses, wodurch eine Auseinandersetzung, Fortentwicklung und Anpassung des Klimaschutzkonzeptes und der geplanten Maßnahmen stattfand und dadurch Klimaschutz in der Verwaltung verankert wurde.
Im Rahmen des European Energy Awards wurden für geplante und umgesetzte Maßnahmen Punkte vergeben. Erreichte eine Kommune mehr als 50 Prozent der für die jeweilige Kommune möglichen Punkte, wurde die Kommune ausgezeichnet.
Auch die Stadt Kehl hatte bis zur Beendigung des Programms im Jahr 2025 daran teilgenommen.
Solarenergie (Potenzial, Kataster)
Solarenergie (Potenzial, Kataster)
Das technische Potenzial der Kehler Dachflächen liegt bei einem jährlichen Stromertrag von rund 148 450 Megawattstunden (MWh). Würden alle Dachflächen genutzt werden, könnten damit bis zu 75 Prozent des gesamten Stromverbrauchs gedeckt werden. Dies entspricht einer Einsparung von 98 570 Tonnen CO2.
Auf vielen Liegenschaften der Stadt Kehl sind mittlerweile Photovoltaik-Anlagen installiert. Die Stadt selbst ist jedoch kein Anlagenbetreiber; dies sind Investoren wie die Bürgerenergiegenossenschaft oder die Bürgerinitiative Umweltschutz.
Solarpotenzial der Kehler Dächer
Mit Hilfe des Solardachkatasters kann jeder Hausbesitzer prüfen, ob sich die eigene Dachfläche generell für Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen eignet. Anhand verschiedener Farben ist genau angegeben, wie geeignet das jeweilige Gebäude für die Nutzung von Sonnenenergie ist: Das für Bürgerinnen und Bürger kostenlos zur Verfügung stehende Solardachkataster wurde von der LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) erfasst. Im Energieatlas BW kann das Potenzial einer Dachfläche nach den Kriterien „sehr gut geeignet“ bis „vor Ort zu prüfen“ abfragt werden.
Kommunale Wärmeplanung
Kommunale Wärmeplanung
Die Wärmewende stellt für viele Städte und Gemeinden vor eine große Herausforderdung: Die Landesregierung verpflichtet die 103 größten Städte in Baden-Württemberg, zu denen auch Kehl zählt, bis zum 31. Dezember 2023 eine kommunale Wärmeplanung aufzustellen. Ziel ist es, die Kommunen bis spätestens zum Jahr 2040 klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Der kommunale Wärmeplan (19,1 MB) ist ein Werkzeug, um die lokale Wärmewende mit lokalen Partnern voranzutreiben.
Die Erstellung eines Wärmeplans gliederte sich in vier Hauptphasen:
- Bestandsanalyse
- Potenzialanalyse
- Entwicklung eines klimaneutralen Zukunftsszenarios 2040
- Kommunale Wärmewendeplanung und Maßnahmenkatalog
Die Stadt hat die Wärmegesellschaft Kehl mit der kommunalen Wärmeplanung beauftragt und diese wiederum die badenovaWÄRMEPLUS (und diese die badennovaNETZE).
Die Wärmedichte in der Kernstadt und den Ortschaften zeigt diese Grafik (468 KB).
Stadtradeln
Stadtradeln
Durch das Radfahren im Alltag möglichst viele Kilometer sammeln und damit nicht nur etwas für die eigene Gesundheit tun, sondern gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten – dazu ruft der vom Klima-Bündnis organisierte Wettbewerb „Stadtradeln“ auf, auch Kehl beteiligt sich regelmäßig an der Aktion. Im Zusammenschluss mit 31 anderen Städten und Gemeinden des Ortenaukreis konnten die letzten Jahre Spitzenergebnisse erzielt werden.
- Weitere Informationen zum Stadtradeln
Klimaanpassung
Stadtklimaanalyse
Stadtklimaanalyse
Der Klimawandel stellt die Stadt Kehl vor zwei Herausforderungen: zum einen soll sie sich anhand nationaler und internationaler Vorgaben Klima-Ziele setzen und Maßnahmen entwickeln, wie diese erreicht werden. Als Beispiel sei hier genannt, die Erderwärmung gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zum anderen soll die Stadt im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes 2035 auf die zukünftig zu erwartenden Klimabedingungen vorbereitet werden, das heißt es muss eine Klimafolgenanpassung stattfinden.
Um der Stadt hierfür die notwendigen, ortsbezogenen Daten sowie Handlungsleitlinien zu liefern, wurde eine Stadtklimaanalyse in Auftrag gegeben.
Die Ergebnisse des Berichtes zur Stadtklimaanalyse stehen zum Herunterladen bereit.
Die Ergebnisse der Stadtklimaanalyse werden insbesondere in der Stadtplanung und Freiraumplanung verwendetet: Die Instrumente der Stadtplanung (Bauleitplanung) und der Freiraumplanung bieten Möglichkeiten, klimaökologisch ungünstige Situationen zu vermeiden oder zumindest die Belastungen zu minimieren, indem neue Baugebiete entsprechend ausgewiesen und konzipiert werden, bestehende Baugebiete umgestaltet werden, Flächen gezielt von Bebauung freigehalten und der Pflanzenbewuchs gesteuert wird etc. Beispielsweise können Grünflächen, Wasserflächen, Kaltluftbahnen, Bepflanzungen und unversiegelte Flächen ausgleichend auf die Hitzebelastung wirken. In der Planungshinweiskarte (49,9 MB) sind die wichtigsten Erkenntnisse der Stadtklimaanalyse zusammengefasst. Sie zeigt die räumlichen klimatischen Auswirkungen im Siedlungsraum sowie die Bedeutung von Grünflächen als Ausgleichsräume und den Kaltlufthaushalt.
Die Stadtklimaanalyse wurde vom Büro Geo-Net Umweltconsulting GmbH erstellt und gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.
Klimaanpassungskonzept
Klimaanpassungskonzept
Schon heute hat der Klimawandel ganz konkrete Auswirkungen und stellt Mensch und Umwelt vor neue Herausforderungen. Um diese optimal angehen zu können, nahm die Stadt am Forschungsprojekt „Lokale Kompetenzentwicklung zur Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ (LoKlim) der Universität Freiburg teil. In dem auf drei Jahre angelegten Projekt wurden Maßnahmen identifiziert, die Kehl dabei helfen, sich aktiv an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Ende 2023 wurde das Strategiepapier, das aus dem LoKlim-Projekt entstanden ist, um zwei Kapitel erweitert, um als vollwertiges Klimaanpassungskonzept zu gelten.
Klimasteckbrief
Klimasteckbrief
Im Rahmen des LoKlim-Projektes wurden für sämtliche Kommunen in Baden-Württemberg Klimasteckbriefe erstellt. Die Steckbriefe vermitteln einen ersten Eindruck zur übergeordneten zukünftigen Klimaentwicklung. Zur Berechnung der Daten werden zehn regionale Klimamodelle herangezogen. Dem Klimasteckbrief liegt ein Szenario mit starkem Klimawandel, ohne wirksame Klimaschutzmaßnahmen zugrunde (auch bekannt als „weiter-wie-bisher-“ oder „Worst-Case-Szenario“). Über das lokale Klimaportal lassen sich die Kennzahlen für alle baden-württembergischen Kommunen abrufen und vergleichen.
Fördermöglichkeiten
Nationale Klimaschutzinitiative
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative iniitiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. Diese Projekte in Kehl werden durch die Klimaschutzinitiative unterstützt:
Betreut werden die Maßnahmen durch den Projektträger Z-U-G.

