OB verpflichtet neuen Jugendgemeinderat

Sie werden sich in den kommenden zwei Jahren für die Interessen der Kehler Jugend einsetzen: 26 Jungs und Mädchen zwischen 13 und 20 Jahren wurden am Montag (13. November) im Bürgersaal des Rathauses von OB Toni Vetrano als Jugendgemeinderätinnen und -räte verpflichtet. In der neuen Legislaturperiode, die zwei Jahre dauert, wird sich der Jugendgemeinderat unter anderem mit den Themen Schulen, öffentlicher Personennahverkehr und Veranstaltungen befassen.

Der neue Jugendgemeinderatzoom

Im Bürgersaal des Rathauses ist es still, das Licht gedimmt, als Oberbürgermeister Toni Vetrano mit seiner Rede beginnt. Die künftigen Jugendgemeinderätinnen und -räte sind sichtlich gespannt, viele von ihnen sitzen das erste Mal im Bürgersaal. Sie bekommen erst einmal erklärt, wozu ein Jugendgemeinderat da ist, was er tun darf und was er tun soll: Die Jugendlichen können Einfluss nehmen auf das Stadtgeschehen, stehen dabei in engem Austausch mit dem Gemeinderat und der Verwaltung, und sie sollen, nicht nur an ihren eigenen Vorteil denkend, die Interessen aller Kehler Jugendlichen vertreten. Obwohl die Mehrheit der neuen Rätinnen und Räte in der Kernstadt wohnt, dürfen etwa auch die Anliegen der Jugendlichen aus den umliegenden Ortschaften nicht außer Acht gelassen werden. Die zuverlässige Mitarbeit und das regelmäßige Erscheinen zu den Sitzungen werden vorausgesetzt – das Ehrenamt gehe nämlich auch mit Pflichten einher, betont OB Toni Vetrano, bevor er die neuen Räte und Rätinnen verpflichtet und das Wort übergibt an Michael Nguyen, den neuen Vorsitzenden des Jugendgemeinderates. Der Auszubildende ist bereits in der vierten Legislaturperiode dabei. Als Vorsitzender löst er Alp Sisman ab, der das Amt in den vergangenen drei Legislaturperioden innehatte. „Ich habe vollstes Vertrauen in ihn und denke, dass er sein Amt gut meistern wird“, gibt Alp Sisman nach der Sitzung bekannt. Der Schüler hat in diesem Wahlgang nicht mehr kandidiert, weil er sich auf sein Abitur konzentrieren will.
Für die kommende Amtsperiode haben sich die Jugendlichen vorgenommen, sich mit den Themen Schulen, Stadtgestaltung, dem öffentlichen Personennahverkehr, den auch nachmittags frei zugänglichen Sportplätzen, die als „rote Plätze“ bezeichnet werden, sowie mit Veranstaltungen zu befassen. Gegen den Vorschlag, den Roten Platz an der Tulla-Realschule nach einem engagierten Bürger zu benennen, spreche laut Verwaltung nichts, bringt Regina Rehsöft-Lehmann vom städtischen Gebäudemanagement die Jugendlichen in der konstituierenden Sitzung auf den neusten Stand bezüglich dieses Themas – Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie zwei Stadträte sind bei der Amtseinführung der neuen Rätinnen und Räte nämlich auch dabei, um Fragen zu beantworten und sich über die Anliegen der jungen Menschen zu informieren. Nachdem die Angehörigen des Verstorbenen zugestimmt haben, sei nun lediglich die Zustimmung des Gemeinderats am 22. November erforderlich, erklärt Regina Rehsöft-Lehmann.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ erzählen Binja Frick, Fachkoordinatorin Jugend, und einzelne Jugendliche, die in der vergangenen Legislaturperiode schon im Gremium saßen, vom Dachverbandstreffen der Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg. Dort konnte man sich sogar mit Abgeordneten des Landtags austauschen. Außerdem berichtet Jugendgemeinderatsmitglied Renko Müller von der Sitzung der Projektgruppe Hallenbad, der er als Vertreter der Nutzergruppe Jugend angehört.
Die frisch Gewählten haben sich untereinander schon bei einer Klausurtagung kennengelernt, weiß Vanessa Balbrink, Leiterin des Jugendzentrums Kehl. Dort sei auch der Entschluss gefasst worden, erneut ein Jugendforum zu veranstalten, bei dem alle Kehler Jugendlichen wieder die Möglichkeit haben, Projektideen einzubringen.
Michael Nguyen ist fest entschlossen, die Teamfähigkeit des neuen Jugendgemeinderats zu stärken. Der Vorsitzende plant einen Ausflug gemeinsam mit dem ehemaligen Jugendgemeinderat, um den Austausch von Erfahrungen zu ermöglichen. Er hofft auf ein gutes Team, das kommende Projekte gemeinsam meistern wird.

Info:
Insgesamt 26 Jugendliche von den Kehler weiterführenden Schulen und vom Jugendzentrum Kehl wurden in den Jugendgemeinderat gewählt. Fünf von ihnen haben bereits Erfahrungen in der vergangenen Legislaturperiode sammeln können: Michael Nguyen ließ sich nun zum Vorsitzenden wählen, Anton Umhey und Louisa Heitz vom Einstein-Gymnasium sind ebenfalls bekannte Gesichter. Auch für Dilara Özdemir und Florian Pich von der Tulla-Realschule ist es nicht die erste Legislaturperiode. Luzie Zauker, Karim Bouzoubaa, Amir Madjdoleslami, Vanessa Lorand und Andreea Zaharanski besuchen die Beruflichen Schulen und wurden dieses Jahr zum ersten Mal in den Jugendgemeinderat gewählt. Am Einstein-Gymnasium wurden neben Louisa Heitz auch Altin Haxhialiu, Esra Tenriverdi und Aliaksandra Zeis gewählt; an der Albert-Schweitzer-Schule gingen die meisten Stimmen an Aishwarya Joshi und Marcel Kornexl. Neu im Jugendgemeinderat ist auch Renko Müller, der die Kehler Jugend gleichzeitig auch in der Projektgruppe Hallenbad vertritt. Hinzu kamen diese Legislaturperiode auch Dominik Renk und Markus Beik. Najda Ben-Amar, Adel Ogal, Nico Ristau und Elias Schleß besuchen wie Dilara Özdemir die Tulla-Realschule. Tuhana Güler und Ken Woischwill von der Werkrealschule Hebel sowie Elpida Kyziridou und Daniela Torba von deren Außenstelle, der Wilhelmschule, vervollständigen das Gremium.

14.11.2017

 

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