„Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass wir alle gut miteinander leben können“: Kehl hat zwei neue Integrationsmanagerinnen

Sie sollen praktische Ansprechpartnerinnen für alle in der Anschlussunterbringung lebenden Flüchtlinge sein, Kinder in Kitas oder Schulen und Erwachsene in Berufe vermitteln, bei Ämtergängen helfen, Ehrenamtliche beraten und bei Konflikten schlichten: Nina Pittschi und Svenja Gerbendorf unterstützen seit Oktober als städtische Integrationsmanagerinnen die Kehler Flüchtlingsarbeit.

„Die Zuwanderung ist eine Chance“, sagt Nina Pittschi, „und Integration ein wechselseitiger Prozess“. Wer zunächst Bedenken habe, weil Flüchtlinge in seine Nachbarschaft ziehen, stelle vielleicht bald fest, dass es keinerlei Probleme gibt. Womöglich empfinde er die neuen Nachbarn nach kurzer Zeit schon als Bereicherung. „Diesen Prozess möchten wir unterstützen“, ist Nina Pittschi entschlossen. „Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass wir alle gut miteinander leben können.“

Nina Pittschi und Svenja Gerbendorf

Die 37-Jährige, die im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, hat nach ihrem Studium der Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum zunächst freiberuflich im feministischen Bereich gearbeitet und niederschwellige Veranstaltungen für interessierte Frauen organisiert. 2013 wechselte sie zu einem Verein, der im Schwarzwald beheimatet ist und sich für lebensverkürzend erkrankte Kinder engagiert. Seit zwei Jahren engagiert Nina Pittschi sich privat in der Flüchtlingshilfe, hat zwei Sprach- und Kultur-Tandempartner und auf diese Weise die verschiedenen Träger und ihre jeweiligen Aufgaben in der Flüchtlingshilfe bereits kennengelernt. Nachdem sie ihren letzten Job als „etwas theorielastig“ beschreibt, möchte Nina Pittschi nun wieder „ganz praktisch“ und „an der Basis“ arbeiten. Auch ihre Freizeit möchte sie künftig in Kehl verbringen, deshalb sucht sie derzeit für sich und ihre kleine Hündin nach einem WG-Zimmer oder einer kleinen Wohnung.
Ihre Kollegin Svenja Gerbendorf kommt aus Nordbrandenburg und hat in Potsdam Geschichte und Germanistik studiert, bevor sie für ihren Master in Geschichte ins Saarland wechselte. Schon als 18-Jährige gründete sie in ihrer Stadt ein Jugendparlament, das sich für Asylbewerber einsetzte. Später wurde sie Stadtverordnete, war Mitglied im Ausschuss für Bildung und Soziales und Vorsitzende eines alternativen Jugendwohnprojektes, das eng mit einem Asylbewohnerheim zusammenarbeitete. Im Saarland engagierte sie sich während ihres Studiums als ehrenamtliche Flüchtlingsbeauftragte. „Das ist genau mein Ding“, ist die 29-Jährige überzeugt. Deshalb bewarb sie sich sofort, als sie die Stellenausschreibung der Stadt Kehl entdeckte. Und die neue Umgebung gefällt ihr sehr gut: Als leidenschaftliche Läuferin hat sie in Kehl bereits zahlreiche schöne Strecken gefunden, außerdem freut sie sich auf Wanderungen im Schwarzwald.
Ihr Büro haben die beiden Integrationsmanagerinnen, deren Stellen zu hundert Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert werden und zunächst auf zwei Jahre befristet sind, in der größten Unterkunft für Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung in Kehl, im ehemaligen Gasthaus Sonnenhof in Odelshofen. Da sie für ihre Arbeit sehr viel im Stadtgebiet unterwegs sein werden, sind sie mit Diensthandys ausgestattet. Nina Pittschi ist telefonisch unter 0160-2518170 oder per E-Mail an n.pittschi@stadt-kehl.de erreichbar, Svenja Gerbendorf kann man unter 0160-2235449 oder per E-Mail an s.gerbendorf@stadt-kehl.de kontaktieren.

Zu sprechen sind die beiden Integrationsmanagerinnen

  • in der Villa RiWa: Montag und Mittwoch von 9 bis 12 Uhr; Donnerstag von 16 bis 19 Uhr;
  • im Rathaus (Hauptstraße 85, Raum Nummer 13): Dienstag von 14 bis 16 Uhr;
  • im Sonnenhof in Odelshofen: Dienstag von 17 bis 19 Uhr.

12.10.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

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