Stadt investiert 1,5 Millionen Euro in die Erneuerung des Wasserwerks

In Deutschland ist es eine Selbstverständlichkeit: Wird zuhause der Wasserhahn aufgedreht, sprudelt unverzüglich sauberes Trinkwasser aus der Leitung. Damit diese unverzichtbare Grundversorgung für die Kehler Bevölkerung nachhaltig gewährleistet werden kann, investieren die Technischen Dienste Kehl aktuell rund 1,5 Millionen Euro in die grundlegende Sanierung des Wasserwerks. Mit einer neuen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie einem umgebauten Pumpen- und Leitungssystem soll die Wasserversorgung künftig wirtschaftlicher und noch sicherer werden.

Unbemerkt von den Bürgerinnen und Bürger werde hier viel Geld in die Wasserversorgung der Stadt investiert, betont Baubürgermeister Harald Krapp, der sich bei einer Vor-Ort-Begehung ein Bild vom Fortschreiten der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Wasserwerk gemacht hat, das tagtäglich rund 36 000 Kehlinnen und Kehler mit sauberem Wasser versorgt.

Wassermeister Karl-Friedrich Jockers ist im Wasserwerk zuständig für die Überwachung und Steuerung der Technik.zoom

Wassermeister Karl-Friedrich Jockers, der für die Überwachung und Steuerung der Technik in dem Anfang der 1980er-Jahre erbauten Gebäude zuständig ist, erläuterte die Notwendigkeit der Sanierung: „Die elektronischen Steuerungen sowie die elektrischen Schalter und Einbauten sind mittlerweile mehr als 30 Jahre alt, für viele Elemente gibt es keine Ersatzteile mehr.“ Weil auch die Pumpen und die Regelarmaturen noch aus der Bauzeit stammten, sei es zwingend notwendig, die gesamte Technik zu erneuern.

Ulrich Heppner zeigt die Schaltschränke mit der neuen Technik.zoom

„Seit dem Frühjahr 2017 wird die Steuer- und Regelungstechnik (EMSR-Technik) ausgetauscht, die den Wasserdruck im Netzwerk selbstständig erkennt und automatisch reguliert“, erklärt Ulrich Heppner, Mitarbeiter der Technischen Dienste Kehl und zuständig für die Wasserversorgung in der Stadt.
Mit neuen Reinwasserpumpen werde zudem die Verrohrung im Wasserwerk so umgebaut, dass einzelne Leitungsabschnitte bei Reparaturen außer Betrieb genommen werden können, ohne dass dafür das gesamte Werk abgeschaltet werden muss.

Ulrich Heppner weiß: Die neuen Pumpen sind deutlich wirtschaftlicher als ihre Vorgängermodelle.zoom

„Vor dem Umbau waren Reparaturen nur unter großem Zeitdruck möglich“, weiß Ulrich Heppner. Denn schon wenn die Arbeiten nur wenige Minuten länger dauerten als geplant und das Wasser nicht mehr fließen konnte, habe die Gefahr bestanden, dass die Bevölkerung von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten werde. „Mit den neuen Grundlastpumpen haben wir eine Maßnahme des Klimaschutzkonzeptes umgesetzt“, ergänzt Harald Krapp einen weiteren Vorteil der Sanierung. Die Pumpe könne im Vergleich zum Vorgängermodell pro Jahr bis zu 10 000 Kilowattstunden Strom einsparen und sei dadurch deutlich wirtschaftlicher.
Insgesamt schlagen die Umbauarbeiten und Erneuerungen der Pumpen und Rohrleitungen mit 350 000 Euro zu Buche. Eine neue Trafostation, die bereits im Sommer 2016 fertiggestellt wurde, sowie die Leistungen des Ingenieurbüros für bauliche Maßnahmen sind ebenfalls in der Investitionssumme von mehr als 1,5 Millionen Euro enthalten.

Mit dem umgebauten Pumpen- und Leitungssystem soll die Wasserversorgung künftig wirtschaftlicher und noch sicherer werden.zoom

„Weil die Umbauarbeiten während des laufenden Betriebs stattfinden müssen, können sie nur abschnittsweise umgesetzt werden“, erläutert Ulrich Heppner. Inzwischen sei die Hälfte der Leitungen und Rohre erneuert worden. Um mögliche Störungen und Ausfälle weitgehend ausschließen zu können, würden erst nach einem vierwöchigen, reibungslosen Probebetrieb auch die restlichen veralteten Leitungselemente demontiert, ausgetauscht und an das neue EMSR-System angeschlossen.
Sobald die gesamte Technik – voraussichtlich im Frühjahr 2018 – komplett erneuert ist, stehe noch die Sanierung der Filteranlagen an, kündigt Ulrich Heppner an. Auch das Behältervolumen des Reinwasserbeckens soll in den kommenden Jahren von 1000 Kubikmeter auf eine Volumengröße von 3000 Kubikmeter erweitert werden. Damit könne in Extremsituationen – wie beispielweise bei einem Großbrand – sichergestellt werden, dass der gewöhnliche Tagesabsatz von knapp 6000 Kubikmetern nicht beeinträchtigt wird und jederzeit ausreichend Wasserreserven vorrätig sind.

10.10.2017

 

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