Anwohner und Planer diskutieren Änderungen am Bebauungsplan Kronenhof

Wie hoch darf gebaut werden, wie lang und wie breit dürfen Gebäude sein und wie viele Wohneinheiten darf es pro Gebäude geben? Bei einem Bürgerabend in der Stadthalle wurde rund 90 Bürgerinnen und Bürgern sowie zahlreichen Mitgliedern des Gemeinderats der Sachstand zur Änderung des Bebauungsplans Kronenhof präsentiert. Vorschläge der Siedlergemeinschaft Kronenhof zu möglichen Festsetzungen im Bebauungsplan wurden den Vorschlägen der Stadtverwaltung gegenübergestellt, in die bereits viele Wünsche von Anwohnern eingeflossen waren.

Gebäudehöhe und -abmessungen, Größe der Baufenster, Anzahl der Vollgeschosse, Ausrichtung der Gebäude, Dachneigung und Art der baulichen Nutzung: Bei dem Bürgerabend in der Stadthalle ging es um die Hauptdiskussionspunkte bei der Änderung des Bebauungsplans. Mit der Veranstaltung sollte der Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern fortgeführt werden, bevor dem Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause (24. Juli) ein Vorschlag zu den wichtigsten zukünftigen Festsetzungen vorgelegt wird. Die Stadträte werden in der Sitzung über die weitere Vorgehensweise entscheiden. Eigentlich hätte dieser Entschluss bereits in einer Gemeinderatssitzung im Mai fallen sollen, er war jedoch vertagt worden, weil die Stadträte noch weiteren Gesprächsbedarf sahen.

Rund 90 Anwohnerinnen und Anwohner sowie zahlreiche Stadträte kamen zu dem Bürgerabend in den Zedernsaal der Stadthalle. zoom

Im Mittelpunkt des Bürgerabends stand ein Entwurf des Vereins Siedlergemeinschaft Kehl-Kronenhof für mögliche Änderungen im Bebauungsplan, die Kora Herrmann, Leiterin des Bereichs Stadtplanung/Umwelt, den Vorschlägen der städtischen Planer gegenüberstellte. Zur Siedlergemeinschaft zählen nach eigenen Angaben rund 120 Familien aus dem Kronenhof - aber nicht alle Anwohner. 
In vielen Punkten waren die Vertreter der Siedlergemeinschaft mit den Vorschlägen der Verwaltung einverstanden, wie beispielsweise bei einer Beschränkung der Anzahl der Vollgeschosse auf zwei und bei der Ausrichtung neuer Gebäude entsprechend der bestehenden Bebauung. Bei einigen Themen gingen die Vorstellungen der Verwaltung und der Siedlergemeinschaft jedoch auseinander, und auch zwischen der Siedlergemeinschaft und den weiteren Anwohnern des Kronenhofs wurden Interessenskonflikte sichtbar. Die Siedlergemeinschaft vertrete nicht die Interessen aller Bewohner des Kronenhofs, merkte eine Besucherin des Informationsabends an. Sie wünsche sich einen zukunftsfähigen Bebauungsplan, in dem auch die nächste Generation ihre Wohnvorstellung realisieren könne – und durch den Entwurf der Siedlergemeinschaft würden diese Vorstellungen zum Teil stark eingeschränkt. „Wir können nicht jeden Punkt wieder von vorne diskutieren“, bemängelte eine weitere Anwohnerin die hartnäckige Kritik der Vertreter der Siedlergemeinschaft an einzelnen Vorschlägen der städtischen Planer und wies darauf hin, dass schon seit zwei Jahren über die Änderung des Bebauungsplans beraten werde.

Der Kronenhof von obenzoom

Am meisten Diskussionsbedarf gab es bei dem Bürgerabend im Hinblick auf die zugelassenen Gebäudeabmessungen, also die maximale Länge und Breite der Gebäude. Die Verwaltung will die Abmessungen auf 18 mal 18 Meter beschränken; einigen Bürgern ist dies zu großzügig. Ein 18 mal 18 Meter großes Haus passe nicht neben ein bestehendes Gebäude mit Abmessungen von zehn mal zwölf Metern, bemängelte Bernhard Rösner, der Erste Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Kronenhof. Ein weiterer Besucher – ebenfalls Mitglied der Siedlergemeinschaft – befürchtete, dass „monströse Baukörper“ entstünden, wenn man die Beschränkungen so belasse wie von den Stadtplanern vorgesehen. Kora Herrmann und Baubürgermeister Harald Krapp verwiesen darauf, dass eine Gebäudelänge von 18 Metern schon eine deutliche Einschränkung sei – üblich seien bei der angewandten offenen Bauweise bis zu 50 Meter. Die Gebäudegröße sei zudem durch zusätzliche Vorgaben beschränkt: So müssten von den 18 Metern unter anderem noch der vorgeschriebene Mindestabstand zum benachbarten Grundstück sowie Platz für Autostellplätze abgezogen werden.
Auch die Tatsache, dass gemäß dem Vorschlag der Stadtverwaltung die Überbauung des Spielplatzes und der Grünfläche beim Angelsportverein möglich sei, kritisierte Bernhard Rösner von der Siedlergemeinschaft: „Der Spielplatz ist ein wichtiger Bestandteil des Wohngebiets und auf der Grünfläche finden Feste und Vereinstreffen statt“, hob er hervor. Der Bebauungsplan gebe lediglich den Rahmen für eine mögliche Nutzung des Geländes vor, „dass dort gebaut werden kann, heißt nicht, dass dort gebaut werden muss“, betonte Kora Herrmann.
Im Übrigen seien die Vorschläge, welche die Planer bei dem Bürgerabend präsentierten, noch keine konkreten Festsetzungen: „Wir sprechen hier über einen prinzipiellen Entwurf“, hob sie hervor. Dieser Entwurf werde am 24. Juli dem Gemeinderat vorgelegt. Nach der Ausarbeitung der Unterlagen komme es dann voraussichtlich im Oktober oder November zu einer Offenlage, zu welcher die Anwohner noch einmal Stellungnahmen verfassen können. Mit dem Satzungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans rechnen die Stadtplaner 2018.


Hier werden die beim Bürgerabend behandelten Punkte des Bebauungsplans noch einmal zusammengefasst:

Art der baulichen Nutzung
Die Verwaltung schlägt vor, neben Wohngebäuden auch die in Wohngebieten normalerweise möglichen sogenannte Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störende Beherbergungsbetriebe zuzulassen – die Siedlergemeinschaft lehnt beides ab.

Anzahl der Wohneinheiten
Die Siedlergemeinschaft wünscht sich vier unterschiedliche Festsetzungen für einzelne Teilbereiche. Im Südwesten des Wohngebiets sollen vier, fünf, oder sechs Wohneinheiten realisiert werden können, im restlichen Bereich nur zwei. Die Verwaltung sieht für den generell schon dicht besiedelten südwestlichen Teil des Wohngebiets eine maximale Anzahl von vier Wohneinheiten vor und für die restlichen Gebäude maximal zwei Wohneinheiten.

Höhe der Gebäude
Die Siedlergemeinschaft hat sechs unterschiedliche Festsetzungen für einzelne Bereiche vorgeschlagen. Die Gebäude sollen Traufhöhen zwischen 4,5 und 7 Metern sowie Firsthöhen zwischen 7,5 und 9,5 Metern haben. Die Verwaltung hält eine solch kleinteilige Regelung aus städtebaulichen Gründen nicht für umsetzbar. Sie schlägt zwei unterschiedliche Festsetzungen vor: Bei den alten Gebäuden, die nördlich an die Straße Am Schloßjockelskopf, die Mosrinstraße und die Ölbergstraße angrenzen, soll die untere Dachkante (Traufe) höchstens 5,5 Meter und die obere Dachkante (First) maximal 7,5 Meter hoch sein; im übrigen Gebiet soll die Traufhöhe auf 7,5 Meter und die Firsthöhe auf 9,5 Meter beschränkt werden.

Dachform/Dachneigung
Die Stadt schlägt vor, einheitlich Satteldächer mit einer Neigung von mindestens 30 Grad zuzulassen. Die Siedlergemeinschaft schlägt in vier Teilbereichen unterschiedliche Dachformen mit Dachneigungen zwischen 20 und 30 Grad vor.

Gebäudeabmessungen
Die Siedlergemeinschaft schlägt zwölf unterschiedliche Festsetzungen für einzelne Teilbereiche vor; die Abmessungen reichen von zehn mal zwölf Metern bis zu 18 mal 37 Metern. Die Stadtverwaltung plädiert für eine einheitliche Begrenzung der Abmessungen auf maximal 18 Meter Länge an jeder Gebäudeseite im gesamten Wohngebiet und einer bestandsschützenden Festsetzung für das Kronenhofgebäude (um das Gebäude zu erhalten, können dort nicht alle Festsetzungen geltend gemacht werden).

Stellplätze
Die Siedlergemeinschaft schlägt vor, dass die Anzahl der Stellplätze an der Größe der Wohneinheit bemessen wird. Weil dies gemäß dem Bauordnungsrecht nicht möglich ist, schlägt die Verwaltung einheitlich zwei Stellplätze pro Wohneinheit vor.

13.07.2017

 

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