Speed-Dating: Kreative wünschen sich Ort des Wissensaustauschs

Was verbindet eine Tänzerin mit einem Software-Ingenieur? Welche gemeinsamen Interessen haben ein Architekt und eine Konzertgitarristin? Beim Speed-Dating der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Stadthalle sind am Donnerstag (18. Mai) mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Branchen zusammenkommen. Das Kulturbüro hat die Veranstaltung im Rahmen des Kulturentwicklungsprozesses initiiert. Ziel war es, Möglichkeiten der Vernetzung der unterschiedlichen Tätigkeitsfelder zu entdecken. Außerdem sollten die Stärken der Kultur- und Kreativwirtschaft in Kehl herausgestellt werden.

Nach einer kurzen Einführung in die Ziele und den aktuellen Stand der Kehler Kulturkonzeption durch Kulturbüro-Leiterin Stefanie Bade und einer Vorstellungsrunde im Plenum kann es losgehen: Sofas und Stehtische laden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Tête-à-Tête ein. Ungefähr fünf Minuten haben sie jeweils Zeit, sich mit ihrem Gegenüber über ihre Tätigkeiten auszutauschen und eventuell Gemeinsamkeiten zu entdecken, dann signalisiert der schrille Ton einer Tischglocke, dass es Zeit ist, weiterzuziehen. Jede Besucherin und jeder Besucher der Veranstaltung soll ungefähr fünf bis sieben Gespräche führen können, erklärt Moderatorin Elke Sieber aus Karlsruhe, die die Stadt bei der Erstellung der Kulturkonzeption unterstützt.

Gemütlicher Plausch auf dem Sofa: Software-Ingenieur Dr. Carol Werlé (rechts) mit Kunst- und Gestaltungstherapeutin Christel Schumm.zoom

Bei der Vermischung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird vor allem deutlich, wie vielfältig die Kultur- und Kreativwirtschaft in Kehl ist: Die junge Galeristin aus Australien, die erst seit wenigen Jahren in Kehl lebt, unterhält sich mit dem Verleger, der seit 25 Jahren mit seiner Frau eine Verlagsagentur in Kehl betreibt. Die Graphikdesignerin, die ebenfalls seit mehr als 20 Jahren in Kehl arbeitet, tauscht sich mit der neu zugezogenen Konzertgitarristin aus Belgien aus. Der Architekt spricht mit dem Anbieter literarischer Spaziergänge, der Software-Ingenieur mit der Kunst- und Gestaltungstherapeutin, die selbstständige Klavierlehrerin mit der Fotografin.
75 Kreative hat das Kulturbüro zum Speed-Dating geladen, 22 sind gekommen. Das liege aber sicherlich nicht am mangelnden Interesse der Kulturschaffenden, betont Stefanie Bade, „sondern daran, dass viele Kreative, zum Beispiel Musiker, abends Termine wahrnehmen müssen“. Diejenigen, die zum Speed-Dating gekommen sind, zeigen sich erfreut, dass das Kulturbüro die Initiative ergriffen hat, um die Vertreterinnen und Vertreter der Kultur- und Kreativbranche in Kehl zusammen zu bringen. „Es ist toll, dass das Kulturbüro so etwas macht“, lobt etwa Bühnenbildnerin Elissa Bier. Die Berlinerin, die wegen ihres Sohns nach Kehl gezogen ist, arbeitet ausschließlich in der Schweiz. „Die Menschen, die ich hier in Kehl treffe, können sich gar nicht wirklich vorstellen, was ich beruflich mache“, erzählt sie. Deshalb sei sie froh, beim Speed-Dating Gleichgesinnte aus der Kulturbranche kennenzulernen.
Viele sind wie Elissa Bier hauptsächlich wegen des Kennenlernens gekommen und nicht mit der konkreten Absicht, Geschäftskontakte zu knüpfen. Graphikerin Gabi Braun hat zum Beispiel mit Konzertgitarristin Veronique von Duurling „keine Verknüpfungsstellen gefunden“, aber trotzdem ein nettes Gespräch genossen. Kunst- und Gestaltungstherapeutin Christel Schumm kannte das Gesicht von Buchautorin Heidrun Hurst nur aus der Zeitung und „fand es interessant, sie jetzt persönlich kennenzulernen“.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Speed-Datings tauschten Kontakte aus. Hier schreibt Bühnenbildnerin Elissa Bier (links) ihre E-Mail-Adresse auf den Block von Galeristin Hyun Mi Lee.zoom

Einige entdecken im Gespräch aber tatsächlich gemeinsame Interessen und Möglichkeiten der Vernetzung, wie etwa Architekt Michael Fischer und Tontechniker und Musiker Claus Mündel. Sie unterhalten sich über die Auswirkungen von Parkett und unterschiedlich großen Fenstern auf die Raumakustik. Verleger Arne Bohler und Graphikdesigner Michael Altmann sprechen über das Design von Verpackungen und über Postkarten. „Sie hören von mir“, verspricht Arne Bohler am Ende; „Ich werfe Ihnen was in den Briefkasten“ sagt Michael Altmann. Viele der Teilnehmer tauschen Visitenkarten aus; manche vereinbaren sogar eine Zusammenarbeit, etwa beim Erstellen einer Homepage oder bei der Gestaltung von Werbemitteln.
„Der Wunsch nach Vernetzung und Wissensaustausch ist da“, hält Kulturbüro-Leiterin Stefanie Bade am Ende der Veranstaltung fest. In Gruppen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Dating-Teil noch Ideen zu den Themen Räume, Fortbildung und Wissen sowie Vernetzung gesammelt. Dabei wurden vor allem der Bedarf an Räumen für Kultur sowie der Wunsch nach einem Ort des Austauschs für alle Kulturschaffenden deutlich. Ein solcher Ort könne zum Beispiel das neue Kulturhaus in der alten Tulla-Realschule sein, schlugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Im Hinblick auf die Themen Fortbildung und Wissen äußerten viele den Wunsch nach einer branchenspezifischen Beratung zu grenzüberschreitenden Rechtsthemen wie Steuern, Vereins- und Arbeitsrecht oder dem europäischen Wettbewerbsrecht. Auch bei Fördermittel-Anträgen und der Finanzierung von Veranstaltungen wünschten sich einige Unterstützung.
Die Ideen und Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich die Mitarbeiterinnen des Kulturbüros, Stefanie Bade und Cécile Noël, sowie Nanine Delmas, Fachbereichsleiterin „Jugend, Familie, Soziales und Kultur“ notiert. Sie werden in die Kulturkonzeption einfließen, die voraussichtlich im Herbst 2017 fertiggestellt sein wird. Dem ersten erfolgreichen Speed-Dating werden weitere Veranstaltungen folgen, sichert Kulturbüroleiterin Stefanie Bade zu.

Info:
Zur Kultur- und Kreativwirtschaft zählen folgenden Teilbranchen: Architektur, Buchmarkt, Musik, Kunst, Film, Darstellende Kunst, Presse, Rundfunk, Design, Werbung, Software/Games-Industrie.

Die Ideen und Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich die Mitarbeiterinnen des Kulturbüros, Stefanie Bade und Cécile Noël, sowie Nanine Delmas, Fachbereichsleiterin „Jugend, Familie, Soziales und Kultur“ notiert.zoom

19.05.2017

 

Flüchtlingshilfe Kehl

Daten und Fakten zum Thema Flüchtlinge in Kehl sowie Informationen für ehrenamtliche Helfer sind auf der Internetpräsenz www.fluechtlingshilfe.kehl.de zusammengestellt.

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  • Flyer-Interkulturelle-Woche-2017.pdf (8047 KB)

 
 

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