Bürgerabend zu den Bädern: Viele grüne Karten für die Sanierung des Hallenbaddaches

„Wir wollen schwimmen“ – im Sommer wie im Winter. So lassen sich die Meinungsäußerungen zahlreicher Bürgerinnen und Bürger zusammenfassen, die sich beim Bürgerabend zur Kehler Bäderlandschaft am Mittwochabend in der Stadthalle zu Wort gemeldet haben. Ein Spaßbad wolle und brauche man nicht, lauteten mehrere Aussagen, die aus der Mitte der 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Beifall bedacht wurden. An den Stellwänden, an denen die fünf für die Bäderlandschaft möglichen Szenarien dargestellt waren, konnte Moderator Dr. Thomas Uhlendahl am Ende „viele grüne Karten“ für die Sanierung des Hallenbaddaches erkennen. Mit überwiegend roten Karten bewerteten die Teilnehmer am Bürgerabend die in den einzelnen Szenarien dargestellte Finanzierung und das Übergangsmanagement. Vor allem eine Traglufthalle, mit der für eine Übergangszeit das Schwimmen im Winter im Auenheimer Freibad ermöglicht werden könnte, wurde im Vergleich zur Sanierung des Hallenbaddaches als zu kostspielig bewertet.

Gleich bei der Einführung in den Bürgerabend ließ Oberbürgermeister Toni Vetrano keine Zweifel aufkommen: Kehl als drittgrößte Stadt des Ortenaukreises mit 36 500 Einwohnern müsse den Anspruch haben, ein Hallenbad und eine adäquate Bäderlandschaft zu betreiben. „Ich möchte ein Hallenbad, aber ein Hallenbad, das den Namen verdient“, stellte er klar, dass „Flickschusterei“ für ihn keine Option ist. Eindrücklich wies er auch darauf hin, dass beim Bürgerabend „keine Entscheidung“ über die künftige Kehler Bäderlandschaft getroffen werde.

160 Bürgerinnen und Bürger haben sich in der Stadthalle mit fünf möglichen Szenarien zur Bäderlandschaft auseinandergesetzt.zoom

Den Titel „Bürgerdialog“ habe man für die Veranstaltung bewusst gewählt, erläuterte Thomas Uhlendahl, „damit die Teilnehmer miteinander ins Gespräch kommen können“. Grundlage für diese Gespräche, die sowohl im Plenum als auch an den Stellwänden mit den Szenarien stattfanden, war eine ausführliche Beschreibung des Zustands der drei Bäder durch den technischen Leiter des städtischen Gebäudemanagements Michael Heitzmann.

Die Powerpoint-Präsentation steht hier zum Herunterladen bereit. Darin sind auch die fünf Szenarien dargestellt, mit denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Bürgerabend in der Stadthalle auseinander gesetzt haben.

Mit grünen, gelben und roten Karten konnten die Teilnehmer am Bürgerabend zur Bäderlandschaft die fünf Szenarien bewerten oder auch eigene Ideen auf orangene Karten schreiben.zoom

Wie die Bürgerinnen und Bürger die möglichen Varianten bewertet haben, fassten die Moderatoren, welche die einzelnen Pinnwände betreut hatten, so zusammen:

Die reine Sanierung des Hallenbaddaches hielten einige Bürgerinnen und Bürger für die billigste Lösung, sie tauge aber nur als Übergangslösung, sei aufgrund der anderen gravierenden Schäden im Hallenbad keine Perspektive für die Zukunft. Bei einer Sanierung des Hallenbaddaches müsse keine Badsaison ausfallen, war auf den Karten zu lesen, bis ein neues Bad gebaut sei. Vorgeschlagen wurde, die Halle mit dem sanierten Dach für andere Zwecke weiter zu nutzen, wenn ein neues Schwimmbad gebaut sei. Anstelle einer Traglufthalle über dem Schwimmerbecken in Auenheim wurde angeregt, dass Hallenbad mit einer Plane zu überdachen.

Die Komplettsanierung des Hallenbades bei gleichzeitigem Erhalt der beiden Freibäder in Kehl und Auenheim hielt ein Teil der Teilnehmer am Bürgerdialog für die beste Lösung. Die Sanierung könne stufenweise erfolgen. Der Standort sei sowohl für Schüler als auch für Senioren gut erreichbar und solle beibehalten werden.
Andere Bürger notierten auf die Karten, dass ein solches Konzept keine Lösung sein könne, dass kein Euro für das „Wrack“ von Hallenbad mehr ausgegeben werden dürfe. „Alte Möbel bleiben alt“, war auf einer Karte zu lesen. Auf den Karten für Ideen und Vorschläge wurde der Wunsch nach einem kleinen, feinen Bad notiert, vielleicht mit einer Kinderwelt, ein Spaßbad brauche Kehl jedoch nicht. Schwimmen sei wichtig, dass Kinder schwimmen lernen könnten, sei sehr wichtig.

Dass die etwa 17 Millionen Euro vorhanden seien, die man wohl bräuchte, um ein Hallenbad an einem anderen Standort neu zu bauen und beide Freibäder in Kehl und Auenheim weiter zu betreiben, wurde von manchen Dialog-Teilnehmern angezweifelt. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob man nicht – wie in Schramberg – auch für 4,5 Millionen Euro ein neues Hallenbad bauen könne. Andere Bürger plädierten für die Beibehaltung des Hallenbadstandorts. Das Hallenbaddach müsse saniert werden, weil dort auch andere Nutzungen untergebracht seien, hieß es.

Der Neubau eines Ganzjahresbades in Kehl bei Beibehaltung des Freibades Auenheim stieß zwar auf Zustimmung, allerdings wurden auch hier Zweifel daran geäußert, ob die Stadt bei der gegenwärtigen Haushaltslage eine Investition von geschätzten 18 Millionen Euro stemmen könne. Auf den Karten wurden Befürchtungen festgehalten, dass höhere Eintrittspreise die Folge sein könnten, dass aufgrund dessen weniger Besucher ins Bad kämen oder sich Familien mit geringerem Einkommen einen Badbesuch nicht mehr leisten könnten. Mit einer solchen Investition binde die Stadt langfristig Haushaltsmittel. Wenn dann die Technik ausfalle, fielen zwei Bäder gleichzeitig aus, wurde auf den Karten als Risiko notiert. Wenn es im Realisierungszeitraum von etwa vier Jahren keine Übergangslösung gebe, sei dies der sichere Tod von Schwimmverein und DLRG Ortsgruppe, war zu lesen.

Als schlechteste Variante schnitt an den Pinnwänden das Szenario ab, bei dem nach der Eröffnung eines neuen Ganzjahresbades das Auenheimer Freibad geschlossen werden sollte. „Geht gar nicht“, kommentierten Teilnehmer am Bürgerdialog. Das Freibad in Auenheim verzeichne von allen drei Kehler Bädern die höchste Besucherzahl und das geringste Defizit. Vorgeschlagen wurde, ein neues Hallen in der Nähe der Badischen Stahlwerke zu bauen und deren Abwärme zum Heizen zu nutzen.

Viele Bedenken hatten einige Bürgerinnen und Bürger, was das von der Stadt vorgeschlagene Übergangsmanagement für die Zeit anging, in der das Hallenbad nicht nutzbar ist. Der Vorschlag, die Öffnungszeiten des Auenheimer Freibades zu verlängern wurde zwar positiv bewertet; 1,35 Millionen Euro für eine Traglufthalle über dem Auenheimer Schwimmerbecken für drei Jahre hielt eine ganze Anzahl der Bürgerabendbesucher jedoch für zu kostspielig. Stattdessen solle man lieber das Dach des Hallenbades für die Hälfte dieser Summe sanieren.

Oberbürgermeister Toni Vetrano bedankte bei den 160 Bürgerinnen und Bürgern dafür, „dass Sie zur Meinungsbildung bei den politisch Gewählten beigetragen haben“ und zog folgendes Fazit: Der Prozess zur Erarbeitung einer Bäderkonzeption müsse umgehend weitergehen – „ohne schuldhaftes Verzögern“. Als Konsens habe er wahrgenommen, dass „alle ein Hallenbad wollen“ und zwar ein Bad zum Schwimmen, keinen Luxus und auch kein Spaßbad. Während eine Gruppe das Bad jedoch so schnell wie möglich wolle, plädiere die andere für den Grundsatz: „so gründlich wie möglich“. Sobald es Zwischenlösungen gebe, werde es auch weitere Bürgerabende geben, sagte er zu.

Die Bilder in der Bildergalerie zeigen den aktuellen Zustand des Hallenbades.

 
 
 
 

18.05.2017

 

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