Von der Keller-Werkstatt zum Welt-Unternehmen

Angefangen hat alles mit einer Handvoll Studenten, die im Keller der Straßburger Universität an Computern herumtüftelten. Inzwischen hat das Unternehmen Dalim Software weltweit Hunderte Kunden, darunter der Europarat, Airbus, IKEA, Caffè Nero, die Modemarke Max Mara und der australische Medienkonzern News Corp. Die Firma verkauft ihre Software für die Speicherung und Verwaltung von Grafiken, Videos, Musikdateien und Textbausteinen an Unternehmen und Einrichtungen aus sämtlichen Branchen. An ihrem Hauptsitz in Kehl sowie an den Außenstandorten in Paris, Hamburg, Sao Paolo und Orlando beschäftigt sie rund 60 Mitarbeiter. OB Toni Vetrano hat Dalim jetzt zum ersten Mal besucht und sich Kehls größtes Software-Unternehmen vorstellen lassen.

Ursprünglich waren Druckereien und Verlage die einzigen Kunden des Unternehmens, das sich 1985 als Dalim GmbH in Straßburg gegründet hat. Der Burda Konzern in Offenburg nutzte für die Produktion seiner Zeitschriften beispielsweise die Drucksoftware von Dalim – und ist der Firma bis heute treu geblieben. Mit dem technischen Fortschritt erschlossen sich dem jungen Unternehmen, das von Studenten ins Leben gerufen wurde, weitere Geschäftsfelder: Graphische Gestaltung und Kommunikation beschränkten sich mit Beginn des Computer- und Internetzeitalters nicht mehr nur auf gedruckte Produkte, sondern auch auf digitale Inhalte. Ebenso wurde die Welt der Werbung immer vielfältiger, je mehr Möglichkeiten neue Technologien boten. Lebensmittelproduzenten wurden zu potenziellen Kunden für die Dalim GmbH, genauso wie Modemarken, Möbelhersteller oder politische Institutionen.

Beim Unternehmensbesuch (von links): Wirtschaftsförderin Fiona Härtel, Bertin Sorgenfrey (Leiter Internationales Marketing, Dalim), Dr. Carol Werlé (Geschäftsführender Gesellschafter, Dalim) und OB Toni Vetrano. zoom

Heute machen Druckereien noch ein Drittel des Gesamtgeschäfts der Dalim Software GmbH aus, wie sie seit 1999 heißt. Ihnen bietet das Unternehmen Unterstützung beim Umstieg von konventionellen Druckverfahren auf den digitalen Druck. Die restlichen Kunden kommen aus vielen verschiedenen Branchen; einen wichtigen Teil nehmen sogenannte Marketing und Media Services ein, wie der geschäftsführende Gesellschafter der Firma, Carol Werlé, erklärt. Dies sind Unternehmen, die andere Firmen bei der Produktion von Marketing- und Werbeunterlagen unterstützen. Dabei geht es unter anderem um die Programmierung von Webshops und Apps, aber auch um die Umsetzung von Graphiken für unterschiedliche Werbeformate. „In den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil der Kunden aus diesem Bereich um ganze zehn Prozent gestiegen“, berichtet er. Auch immer mehr Modelabels interessierten sich für die Produkte von Dalim, die Carol Werlé zusammenfassend als Softwarelösungen und Apps für Graphikkommunikation in der Industrie beschreibt. Die Firmen, welche die Software von Dalim kaufen, zahlen nicht nur für die Nutzung, sondern auch für die Wartung der Programme. Dalim unterstützt sie bei der Verwendung und der Aktualisierung.

Der Sitz der Dalim Software GmbH an der B 28 in Kehlzoom

Ein Beispiel: Ein Lebensmittelhersteller macht Werbung für seine Produkte in einer Broschüre, die wöchentlich in den Briefkästen verteilt wird. Gleichzeitig möchte er die Produkte im Internet bewerben, oder auf Plakaten und Großleinwänden. Die Werbefotos bündelt die Software von Dalim in einem System, sodass für die unterschiedlichen Formate jeweils nur eine Quelle genutzt werden muss. Dies erspart den Mitarbeitern in den einzelnen Bereichen eines Betriebs Zeit und Arbeit, da sie keine Dateien mehr per Mail hin und her schicken und unterschiedlich formatieren müssen. Sie müssen sich lediglich auf einer Website einloggen und haben Zugriff auf sämtliche Inhalte.
80 Prozent der Software-Produkte von Dalim werden exportiert, 30 Prozent davon an Unternehmen mit Sitz in Europa, die restlichen 50 Prozent an Firmen in Lateinamerika, Asien und den USA.
„Ich bin sehr erfreut, sagen zu können, dass in Kehl Firmen wie Dalim sitzen, die weltweit so erfolgreich sind“, sagte OB Toni Vetrano beim Besuch des Unternehmens. Er war sichtlich beeindruckt von den Möglichkeiten der Technik und sprach von einer echten „Horizonterweiterung“.
Fiona Härtel, Geschäftsführerin der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungs-GmbH hob die Vorteile des Sitzes in Grenznähe für ein „international aufgestelltes Unternehmen wie Dalim“ hervor und betonte, dass die neue Tramverbindung vom Kehler Bahnhof bis in die Straßburger Innenstadt sicherlich auch einige Vorteile für die Firma bringe – viele der Mitarbeiter kommen aus Straßburg.

17.05.2017

 

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